Ich bin über Cart Hangover gestolpert und finde die Idee ziemlich großartig: Das kostenlose Webtool zeigt euch, wie viel Geld ihr im Laufe der Jahre bei Amazon ausgegeben habt. Und vermutlich möchte man die Zahl anschließend direkt wieder vergessen.
Dafür benötigt Cart Hangover die „Order History.csv“ aus der Amazon-Datenauskunft. Die Datei wird einfach im Browser geöffnet und dort lokal ausgewertet. Eine Anmeldung oder ein Konto sind nicht erforderlich.
Spannend ist vor allem, was das Tool aus der ziemlich trockenen Bestellhistorie macht. Neben den Gesamtausgaben gibt es einen Verlauf über die Jahre, Ausgaben nach Kategorien, die Rücksendequote inklusive erstatteter Beträge, die teuersten und am häufigsten gekauften Artikel sowie eine Heatmap, die zeigt, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten besonders gerne bestellt wurde. Selbst nächtliche Shoppingtouren werden herausgefiltert.

Eine besonders gemeine Funktion rechnet außerdem vor, was aus dem ausgegebenen Geld geworden wäre, wenn man es stattdessen investiert hätte. Einzelne Jahre lassen sich separat betrachten und die Ergebnisse bei Bedarf wieder als CSV oder JSON exportieren.
Was mir an Cart Hangover gefällt: Die Amazon-Daten bleiben laut Anbieter vollständig auf dem eigenen Gerät. Die Exportdatei wird nur im Arbeitsspeicher des Browsers verarbeitet und nicht hochgeladen. Es gibt zudem weder Cookies noch Tracking. Adressen, Trackingnummern und Geschenknachrichten werden nach Angaben des Projekts überhaupt nicht aus der Datei ausgelesen. Aber: Das kann man freilich nicht selbst prüfen.
Die benötigte Bestellhistorie bekommt ihr über die Amazon-Datenauskunft. Dort müsst ihr „Meine Bestellungen“ anfordern. Aus dem anschließend bereitgestellten Archiv benötigt Cart Hangover lediglich die Datei „Order History.csv“.
Ich mag solche kleinen Webprojekte, auch wenn alles vermutlich mit Vibe-Coding entstanden ist. Ein klar umrissenes Problem, eine überraschend umfangreiche Auswertung und keine unnötige Registrierung oder Datensammelei. Cart Hangover ist kostenlos und einen Blick wert, sofern ihr wirklich wissen wollt, was Amazon über die Jahre von eurem Konto abbekommen hat.