Der Entwickler Maximilian Glas hat mit Rufpass ein Tool veröffentlicht, das selbst gewählte Telefonnummern für Rückrufe an der FRITZ!Box freigibt.
Wer an seiner FRITZ!Box unbekannte Anrufer grundsätzlich blockiert, kennt möglicherweise das Problem: Man ruft beispielsweise eine Werkstatt oder Arztpraxis an, erreicht niemanden und der spätere Rückruf wird ebenfalls gesperrt. Genau hier setzt das unabhängige Projekt Rufpass an.
Rufpass erweitert die FRITZ!Box-Rufsperre automatisch
Die Python-Anwendung überwacht ausgehende Wählversuche über den Callmonitor der FRITZ!Box. Neue Nummern werden automatisch in einem zusätzlichen lokalen Telefonbuch gespeichert. Die bestehende Sperrregel für Nummern, die nicht im Telefonbuch stehen, kann diese Kontakte anschließend durchlassen.
Die wichtigsten Eigenschaften:
- Automatische Freigabe selbst gewählter Rufnummern, auch bei erfolglosen Anrufversuchen.
- Freigaben laufen standardmäßig nach 365 Tagen ab und verlängern sich bei erneutem Wählen.
- Vorhandene Kontakte bleiben unverändert und werden nicht doppelt angelegt.
- Lokale Speicherung der Rufnummern und Ablaufdaten über SQLite.
- Optionale Rückwärtssuche über Wikidata, die standardmäßig aktiviert ist.
Rufpass benötigt einen dauerhaft laufenden Rechner im Heimnetz mit Python 3.12 oder neuer. Außerdem müssen auf der FRITZ!Box der Callmonitor und die TR-064-Schnittstelle verfügbar sein. Die Einrichtung erfolgt derzeit vor allem über einen Linux-Installer.
Der aktuelle Entwicklungsstand ist Version 0.2.5. Praktisch getestet wurde das Projekt mit einer FRITZ!Box 7690 unter FRITZ!OS 8.25 und Ubuntu 24.04.4 LTS. Andere Routermodelle sind bislang nicht bestätigt. Eine Weboberfläche oder ein fertiges Docker-Paket gibt es ebenfalls noch nicht.
Wichtig ist obendrein, dass der Callmonitor Telefonie-Metadaten im Heimnetz ohne eigene Anmeldung bereitstellt. Eine Freigabe ins Internet sollte deshalb unbedingt vermieden werden.
Rufpass ist auf GitHub kostenlos verfügbar und darf im eigenen Betrieb genutzt und angepasst werden. Die Lizenz schränkt allerdings bestimmte kommerzielle Angebote ein.
Für Nutzer mit konsequenten FRITZ!Box-Rufsperren ist das ein interessanter Ansatz. Statt unbekannte Anrufer pauschal wieder zuzulassen, werden gezielt die Nummern freigegeben, die man zuvor selbst gewählt hat.
