
Claude models launched in the EU on or after August 2, 2026 will support machine-readable marking at launch. Generated text will carry embedded watermarks, and generated files will include digitally signed provenance metadata where supported.
Die Vorstellung, die die meisten Menschen von Text-Wasserzeichen haben, ist vermutlich nicht korrekt. Das Wasserzeichen in KI-Texten ist kein unsichtbarer Code und steckt auch nicht in speziellen Leerzeichen. Es entsteht bereits während der Texterzeugung. Sprachmodelle schreiben nämlich nicht einen fertigen Satz auf einmal, sondern entscheiden Schritt für Schritt, welches Wort beziehungsweise Token als Nächstes wahrscheinlich passt.
Der unsichtbare Fingerabdruck im Text
Vereinfacht könnte Claude nach „Das neue Smartphone ist“ mehrere plausible Möglichkeiten haben: „schnell“, „kompakt“, „leistungsfähig“ oder „interessant“. Ein Watermarking-Verfahren kann bestimmte dieser Möglichkeiten minimal bevorzugen. Claude wird also nicht zu einem bestimmten Wort gezwungen. Einige passende Wörter werden lediglich etwas wahrscheinlicher ausgewählt als andere.
Dieses Prinzip wiederholt sich über den gesamten Text. Dadurch entsteht über viele Wörter hinweg ein statistisches Muster. Ein einzelnes Wort verrät dabei gar nichts. Ein spezieller Detektor kann aber bei einem längeren Text feststellen, ob ungewöhnlich oft genau jene Wörter gewählt wurden, die das Watermarking-Verfahren an den jeweiligen Stellen bevorzugt hätte.
Google hatte solch ein Verfahren mal in Videoform erklärt:
Deshalb verschwindet das Wasserzeichen auch nicht einfach beim Kopieren in Notepad, Word oder WordPress. Solange die Wörter weitgehend unverändert bleiben, bleibt auch das statistische Muster erhalten.
Werden dagegen große Teile umgeschrieben, übersetzt oder von einem anderen KI-Modell neu formuliert, verändert sich die Wortfolge und das Wasserzeichen kann zunehmend verloren gehen. Erste Tools für diesen Zweck sind bereits da.
Ein einfaches Beispiel: Claude könnte schreiben „Das Unternehmen bringt das neue Modell im September auf den Markt.“ Ebenso möglich wären „Das Unternehmen führt das neue Modell im September ein“ oder „Der Hersteller startet im September mit dem neuen Modell“. Inhaltlich unterscheiden sich diese Varianten kaum. Genau diese sprachlichen Freiheiten kann ein Watermarking-System nutzen.
Ein erkannter Marker ist kein Beweis dafür, dass Claude der ursprüngliche Autor war. Umgekehrt schließt ein fehlender Marker die Nutzung von KI nicht aus.
Wichtig ist allerdings: Anthropic hat bisher nicht veröffentlicht, wie das Verfahren bei Claude technisch genau funktioniert. Bekannt ist nur, dass die Markierung direkt im Text stecken, für Menschen unsichtbar sein und „teilweise“ auch Bearbeitungen überstehen soll. Die Erklärung mit statistisch bevorzugten Tokens beschreibt daher das grundsätzliche Prinzip solcher Wasserzeichen, nicht zwangsläufig den exakten Claude-Algorithmus.