Wero ist ein neuer, in Europa entwickelter digitaler Bezahlservice. Er funktioniert ähnlich wie PayPal oder Apple Pay, ist aber speziell für Echtzeit-Überweisungen zwischen europäischen Banken gedacht. Das Ziel besteht darin, Geld in wenigen Sekunden direkt von einem Bankkonto zum anderen zu überweisen – ohne Umwege über Kreditkarten oder Drittanbieter.
Wero oder doch die Bank-App?
Wero kann genutzt werden, wenn die eigene Bank diesen Service unterstützt. Viele Banken integrieren Wero direkt in ihre Banking-App. Das bedeutet: Möchte man beispielsweise Geld an einen Kontakt schicken, benötigt man lediglich dessen Handynummer oder E-Mail-Adresse. Das Geld ist dann sofort auf dem Zielkonto verfügbar.
Tatsächlich gibt es bei Wero aber zwei verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, die sich nach der technischen Integration der Bank richten. Dieses duale System ist Teil der EPI-Strategie, um möglichst viele europäische Bankkunden schnell einzubinden, ohne dass jede Bank ihre App komplett umbauen muss.
Die offizielle Wero-App ist eher ein „Ersatz“, falls die Bank Wero noch nicht in ihrer App anbietet. Man kann sich dort registrieren, sein Konto verknüpfen und den Service trotzdem nutzen. Wer Wero jedoch bereits direkt in der eigenen Bank-App hat, braucht die offizielle App nicht.
Das Ganze wirkt in meinen Augen etwas verwirrend, weil es zwei Wege der Nutzung gibt. Ich persönlich hätte mir die Wero-App als eine zentrale Anlaufstelle gewünscht. Dann würde es sich genauso einfach und unkompliziert wie zum Beispiel PayPal anfühlen.
Grundsätzlich gefällt mir der Ansatz von Wero ganz gut. Es gibt jedoch ein Problem: Ich habe keine Lücke, die Wero schließen könnte. Der Bedarf hat sich bei mir bisher nicht gezeigt. Es müsste demnach eine etablierte Lösung verdrängen.
Die Wero-Daten *auch* in der Bank-App zu haben, wäre ja ganz nett, v.a. wenn man sich damit eine weitere App sparen kann. Gerade für den Einstieg ist eine separate App aber sicher sinnvoller. Und da die Banken ja ohnehin entsprechende APIs für Wero anbieten müssen, sollte das auch kein riesiger Zusatzaufwand sein.
Ein Ersatz für PayPal, der datenschutzfreundlicher und dezentraler ist und nicht jemandem wie Peter Thiel weitere Millionen bringt, wäre schon eine nette Sache. Aber ob Wero das sein wird, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Selbst wenn jede europäische Bank mitmachen würde und wenigstens große Anbieter wie Amazon, eBay, Eventim, IKEA, Otto usw. mitmachen würden, ist schon die Limitierung auf Europa ein Problem.
Für mich persönlich ist es wirklich der größte Nachteil, dass nur in einer Banking-App zu haben und nicht in der zentralen App. Aber vielleicht sehen das andere User auch anders.
Warum ist das ein Nachteil für dich? Man spart sich eine App, wenn die Funktionalität in der Banking-App abgebildet ist.
Weil es bei jeder Bank anders implementiert ist. Mir fehlt einfach die klare, zentrale Anlaufstelle. Ist ja bei PayPal auch nicht anders, sowas möchte ich auch nicht in meiner Banking-App.
Deine Perspektive ist spannend. Mir gehts ja immer darum idealerweise Apps „zu sparen“.
Ich denke hier auch an einen möglichen Bankwechsel. Wäre doch schön, alles in der App zu haben und nur die Bank dahinter ändert sich.